DVB-S2

Der DVB-S2-Standard (EN 302 307) definiert das Modulations- und Kanalcodierungssystem für das Satellitenfernsehen der zweiten Generation, um von den Fortschritten seit der Veröffentlichung des DVB-S-Standards zu profitieren. DVB-S2 ist ein umfassender, äußerst flexibler Standard, der ein breites Spektrum an Satellitenanwendungen abdeckt.

DVB-S2 ist der logische nächste Schritt in der kontinuierlichen Weiterentwicklung von DVB-S. Innovative und effizientere Kanalcodierungsverfahren ermöglichen es den Netzbetreibern in Kombination mit Modulationsmodi höherer Ordnung, mit DVB-S2 bei gleicher Transponderbandbreite und EIRP im Vergleich zu DVB-S bis zu 30 % mehr Daten zu übertragen.

Das System wurde für den digitalen Mehrprogramm- und HDTV-Rundfunk zur Verwendung für die primäre und sekundäre Ausstrahlung in den Bändern für den festen Funkdienst über Satelliten (FSS) und den Satellitenrundfunk (BSS) optimiert.

Es umfasst die folgenden Funktionen:

  • Einen flexiblen Input-Stream-Adapter, der für den Betrieb mit einzelnen und mehreren Input-Streams verschiedener Formate (paketiert oder kontinuierlich) geeignet ist
  • Ein leistungsfähiges FEC-System auf Basis von mit BCH-Codes verketteten Low-Density-Parity-Check-Codes (LDPC), das einen quasi-fehlerfreien Betrieb bei etwa 0,7 dB bis 1 dB vom Shannon-Grenzwert ermöglicht (je nach Übertragungsmodus)
  • Ein großer Coderatenbereich von 1/4 bis 9/10
  • Vier Konstellationen (QPSK, 8PSK, 16APSK, 32APSK) mit einer Frequenzeffizienz von 2 bit/s/Hz bis 5 bit/s/Hz, die für den Betrieb über nichtlineare Transponder optimiert sind
  • Ein Satz von drei Spektrumsformen mit Roll-off-Faktoren von 0,35, 0,25 und 0,20
  • Variable Coding and Modulation (VCM) kann eingesetzt werden, um je nach Dienstkomponente (z. B. SDTV und HDTV, Audio, Multimedia) einen anderen Fehlerschutzgrad anzuwenden.
  • Bei interaktiven und Punkt-zu-Punkt-Anwendungen kann die VCM-Funktionalität mit Rückkanälen kombiniert werden, um die Datencodierung und Modulation entsprechend den Rückmeldeinformationen anzupassen (Adaptive Coding and Modulation, ACM). Dieses Verfahren liefert einen optimalen Kanalschutz und separat für jedes Gerät eine dynamische Anpassung der Verbindung an die Ausbreitungsbedingungen.
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