White Paper: Extrem hoher Durchsatz mit Wi-Fi 7

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Testlösungen für Mobilfunk- und Wireless-Kommunikation | Wi-Fi 7-Tests

Durchsatzleistung von IEEE 802.11be

Autoren: Lisa Ward, Technology Manager, Rohde & Schwarz, und Jörg Köpp, Market Segment & Technology Manager, Rohde & Schwarz

Die WLAN-Landschaft hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten rasant weiterentwickelt. Jede bisherige Generation, von den frühen Standards wie IEEE 802.11a/b/g bis zum hocheffizienten Wi-Fi 6 (IEEE 802.11ax), verfolgte dasselbe Ziel: Durchsatz und Spektrumeffizienz zu steigern.

Die neueste Generation Wi-Fi 7 trägt den Beinamen „Extremely High Throughput“ (EHT) – extrem hoher Durchsatz. Der Standard basiert auf IEEE 802.11be und wurde im Hinblick auf die Anforderungen moderner, datenintensiver Anwendungen entwickelt.

Kernziele von IEEE 802.11be:

  • Hoher Durchsatz
  • Ultraniedrige Latenz
  • Spektrumeffizienz

Die Entwicklung von Wi-Fi 7 spiegelt wider, wie sich unser Umgang mit Daten und Technik verändert hat. Zu den wichtigsten Trends gehören:

  • Höhere Videoauflösungen und intensivere Nutzung von Streaming und Sharing
  • Nachfrage nach Echtzeit-ähnlichen Erlebnissen in Cloud Computing, Online-Gaming und mit XR-Brillen (Extended Reality)
  • Zunehmende Verbreitung von Internet der Dinge (IoT) und Matter, dem einheitlichen Smart-Home-Standard

Wi-Fi 7 bleibt rückwärtskompatibel zu den bisherigen IEEE 802.11-Standards im 2,5-GHz- und 5-GHz-Band. Darüber hinaus sorgt das neu eingeführte U-SIG-Feld dafür, dass Wi-Fi 7-Geräte mit künftigen Wi-Fi-Generationen koexistieren können.

Lesen Sie unser White Paper und erfahren Sie, wie Wi-Fi 7 die moderne Konnektivität verändert.

Mehr als nur extrem hoher Durchsatz

Um die Ziele von IEEE 802.11be zu erreichen, führt Wi-Fi 7 mehrere neue Funktionen ein, die die folgenden Aspekte adressieren:

  • Breitere „Datenautobahn“: Eine unmittelbare Geschwindigkeitssteigerung erzielt Wi-Fi 7 durch die Verdoppelung der maximalen Kanalbandbreite von 160 MHz (Wi-Fi 6) auf 320 MHz.
  • Verwaltung mehrerer Verbindungen gleichzeitig: Der Multi-Link-Betrieb (MLO) ermöglicht es einem Multi-Link-Gerät (MLD), mehrere simultane Verbindungen im 2,4-GHz-, 5-GHz- und 6-GHz-Band aufzubauen.
  • Ultra-zuverlässige Übertragung für zeitkritische Aufgaben: Während die normale Target Wake Time (TWT) auf Stromeinsparungen abzielt, ist Restricted TWT (R-TWT) speziell für latenzempfindliche Anwendungen wie Industrial IoT oder Virtual Reality konzipiert.

Durch die Kombination von 320-MHz-Kanälen mit MLO und R-TWT ist Wi-Fi 7 mehr als nur eine „schnellere“ Version von Wi-Fi 6: Der Standard unterstützt insbesondere auch industrielle Automatisierungsanwendungen und nahtlose immersive Unterhaltung.

Bitübertragungsschicht von IEEE 802.11be

Die PHY-Schicht von IEEE 802.11be baut zwar auf Wi-Fi 6 (IEEE 802.11ax) auf, bringt aber wichtige Unterschiede mit sich. Die Neuerungen zielen auf ein flexibleres Frequenzmanagement, eine verbesserte Signalisierung und eine effiziente Ressourcenzuweisung ab.

  • Optimierte Tone Plans und Resource Units (RU): Wi-Fi 7 behält den mit Wi-Fi 6 eingeführten orthogonalen Frequenzmultiplex-Vielfachzugriff (Orthogonal Frequency Division Multiple Access, OFDMA) bei, verwendet aber angepasste Tonpläne, die eine höhere Effizienz ermöglichen.
  • Mehrere Resource Units (MRU) pro Nutzer: Ein wichtiges Merkmal von Wi-Fi 7 ist die Möglichkeit, einem einzelnen Nutzer mehr als eine Resource Unit zuzuweisen.
  • Präambel- und Subkanal-Punktierung: Wi-Fi 7 soll sich in den stark ausgelasteten unlizenzierten Bändern als „guter Nachbar“ erweisen. Die Präambel-Punktierung erlaubt es einem Gerät, einen breiten Kanal (etwa 160 oder 320 MHz) auch dann zu nutzen, wenn ein Teil dieses Spektrums von einem anderen Nutzer belegt ist.
  • Erweiterte PPDU-Formate: Daten werden über Physical Layer Protocol Data Units (PPDU) übertragen, die eine Präambel enthalten, die den Empfänger bei der Synchronisierung und Demodulation unterstützt. Wi-Fi 7 definiert zwei Hauptformate: (1) Die EHT MU PPDU dient Übertragungen an einen oder mehrere Nutzer und enthält das EHT-SIG-Feld mit den nötigen Angaben zur RU/MRU-Zuweisung. (2) Stationen nutzen die EHT TB PPDU, um auf den Trigger-Frame eines Zugangspunkts zu antworten. Sie besitzt ein längeres Trainingsfeld (EHT-STF), um die Zuverlässigkeit im Uplink zu verbessern.
  • Universal Signal Field (U-SIG): Dieses Feld stellt die bedeutendste Änderung der Wi-Fi-Präambel dar. Das U-SIG enthält versionsunabhängige Bits, an denen ein Empfänger die PHY-Version eines Pakets sofort erkennt. Das macht die komplexen Algorithmen früherer Wi-Fi-Generationen überflüssig und erleichtert die Koexistenz von Geräten unterschiedlicher Generationen.

Testanforderungen für die PHY-Schicht

Um die hohen Geschwindigkeiten und die niedrige Latenz von Wi-Fi 7 zu unterstützen, definiert IEEE 802.11be strenge Testanforderungen für Sender und Empfänger. Diese Tests stellen sicher, dass Geräte 320-MHz-Bandbreiten, 4096QAM-Modulation und die komplexe Synchronisierung für den Mehrnutzerbetrieb beherrschen.

  • Sendertests prüfen Signalqualität und Spektrumeffizienz und stellen sicher, dass leistungsstarke Übertragungen andere Nutzer in den unlizenzierten Bändern nicht stören.
  • Empfängertests weisen nach, dass ein Gerät Daten unter verschiedenen Bedingungen zuverlässig „hört“ und decodiert.

Bei Wi-Fi 7 senden häufig mehrere Stationen (STAs) gleichzeitig an einen Zugangspunkt (AP). Damit das funktioniert, müssen ihre Signale exakt synchronisiert in Zeit, Frequenz und Leistung am AP eintreffen. Precorrection-Tests für Trigger-basierte (TB) PPDUs stellen sicher, dass die Übertragungen der STAs dafür richtig vorkompensiert werden.

Intelligente Tests für extrem hohen Durchsatz

Rohde & Schwarz bietet ein umfassendes Wireless-Testportfolio zur Unterstützung des Wi-Fi 7-Ökosystems. Unsere Lösungen adressieren die technischen Anforderungen von IEEE 802.11be und decken die Validierung größerer Bandbreiten, komplexer Modulationsverfahren und innovativer Funktionen wie MLO ab. Mit spezialisierter Messtechnik für Forschung, Designvalidierung, Konformitätsprüfung und Serienfertigung stellen wir sicher, dass die Geräte der nächsten Generation den hohen Durchsatz und die niedrige Latenz des neuen Standards zuverlässig erreichen.

White Paper: Extrem hoher Durchsatz mit Wi-Fi 7

White Paper: Extrem hoher Durchsatz mit Wi-Fi 7

IEEE 802.11be, auch als Wi-Fi 7 oder Extremely High Throughput (EHT) bekannt, bringt zahlreiche Verbesserungen, die eine geringere Latenz und höhere Zuverlässigkeit bieten. In diesem White Paper werden die Wi-Fi 7 zugrundeliegenden Technologien erläutert, die damit verbundenen messtechnischen Herausforderungen besprochen und geeignete, leistungsstarke Testlösungen vorgestellt.

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