Drohnenabwehr

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Falsch eingesetzte Drohnen verursachen Millionenschäden. Schutz bieten hocheffiziente und verlässliche Systeme wie R&S®ARDRONIS

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Am 13.05.2024 aktualisiert 🛈
Erstmalig am 22.10.2019 veröffentlicht

“Schrecksekunde in 1 700 Metern Höhe: Eine Drohne ist einem Passagierflugzeug beim Anflug auf den Münchner Flughafen gefährlich nahe gekommen. In nur etwa zehn Meter Entfernung bemerkte der Pilot des mit mehr als 110 Menschen besetzten Flugzeugs am Donnerstagabend plötzlich das Fluggerät, wie die Polizei mitteilte” - Meldungen wie diese häufen sich so rasant, wie die Zahl der verkauften Drohnen steigt.

Das Trend-Fluggerät kostet ein paar Hundert Euro im Online-Handel oder in Elektromärkten und Spielwarenläden – und ist binnen weniger Jahre in den Rang einer weltweiten, ernsthaften Gefahrenquelle aufgestiegen. Auch ohne Kollision kann eine Drohne den Flugverkehr empfindlich stören: Im vergangenen Jahr musste der Flughafen Gatwick kurz vor Weihnachten wegen Drohnen-Alarm eineinhalb Tage gesperrt werden, alle rund 1 000 Flüge wurden gestrichen. Auch am Flughafen Frankfurt ging Anfang Mai nichts mehr - wieder einmal. Die Deutsche Flugsicherung registrierte im vergangenen Jahr 158 Behinderungen des regulären Luftverkehrs an deutschen Flughäfen durch Drohnen, rund 80 Prozent mehr als im Jahr davor. Bei der Federal Aviation Administration (FAA) gehen allein für den Luftraum der USA mehr als 100 Meldungen über Drohnenvorfälle im Monat ein.

Die Deutsche Flugsicherung registrierte 2018 158 Behinderungen des regulären Luftverkehrs an deutschen Flughäfen durch Drohnen.

Zentrale Polizeibehörde vertraut R&S®ARDRONIS

Die kommerzielle Nutzung der “Unmanned Aerial Systems” (UAS) ist nur in engen Grenzen erlaubt, doch unbedarfte Hobbyfilmer, Schaulustige, Industriespione und andere elektronikaffine Kriminelle schert das nicht. So wurden wegen herumsirrender Quadrocopter schon Hubschrauberflüge der Bergrettung abgebrochen, wurde das neueste Modell eines Autoherstellers beim geheimen Schaufahren für einen Werbespot gefilmt, lieferten robustere Flugobjekte, Marke Eigenbau, Drogen und Waffen ins Gefängnis oder wurden selbst zur ferngesteuerten Waffe.

Mit der Gefahr wächst auch die Nachfrage nach Anti-Drohnen-Systemen wie R&S®ARDRONIS. Das System hat sich seit seinem ersten Einsatz während des G7-Gipfels 2015 auf Schloss Elmau bereits mehrfach bei Staatsbesuchen und politischen Summits bewährt. Auch für den Schutz von internationalen Flugshows wie der ILA in Berlin wurde es bereits eingesetzt.

Götz Mayser
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Die ISM-Bänder sind voll von Signalen. Darin das eine entscheidende zu finden – das ist die wahre Herausforderung.

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Götz Mayser, Director of C-UAV Detection and Counter Solutions at Rohde & Schwarz

Drohnenabwehr mit chirurgischer Präzision

Götz Mayser, Director of C-UAV Detection and Counter Solutions bei Rohde & Schwarz, erklärt das markanteste Merkmal, das R&S®ARDRONIS von anderen Systemen unterscheidet: Konkurrierende Jammer am Markt mögen die Funkverbindung zwischen Sender und Empfänger unterbrechen können und so das Eindringen des Flugobjekts in eine No-Fly-Zone verhindern – um den Preis, dass sie den gesamten Funkverkehr lahmlegen. „Die ISM-Bänder sind voll von Signalen”, erklärt Mayser, „darin das eine entscheidende zu finden – das ist die wahre Herausforderung”. R&S hat diese Herausforderung deshalb so schnell gemeistert, “weil wir schon seit Jahrzehnten Signalanalyse betreiben”.

Mit der Gefahr wächst auch die Nachfrage nach Anti-Drohnen-Systemen wie R&S®ARDRONIS.

Für jeden Einsatzfall die passende Variante

Die schlankeste der vier Varianten von R&S®ARDRONIS meldet, wenn eine Fernbedienung eingeschaltet wird und klassifiziert den Gerätetyp. Das Sensorik-System fängt den Uplink ab, kann also den Drohnenpiloten aufspüren, wenn sein Fluggerät noch am Boden ist. Der Autohersteller könnte bei seiner nächsten Show-Fahrt schnell reagieren und den Dreh unterbrechen.

Die zweite Variante peilt zusätzlich die Richtung zur Drohne. Zur präzisen Ortsbestimmung von Drohne und Pilot braucht es zwei Peilantennen für eine Kreuzpeilung. Den Drohnenpiloten schnell aufzuspüren, kann lange, kostspielige Ausfallzeiten wie am Londoner Flughafen verhindern.

Die dritte Stufe ist das Disruption Package, ausgestattet mit einem Störsender als Effektor. Der unterbricht das Steuersignal durch exakt auf die abzufangende Drohne zugeschnittene Störpulse, ohne benachbarte Signale anderer Funkdienste zu beeinträchtigen. Das Steuersignal springt zwar ständig innerhalb des dafür zugelassenen Funkbandes (frequency hopping), um die Robustheit gegen Störungen zu erhöhen, doch R&S®ARDRONIS kann diesen Sprüngen mühelos folgen und sich darauf einstellen.

Die komplexeste Version des R&S®ARDRONIS, das Protection Package, integriert alle Funktionen.

Effectively countering drones with R&S®ARDRONIS

Video

So funktioniert Drohnenabwehr mit R&S ARDRONIS.

Zuverlässigkeit zählt

Der Aufwand ist sein Geld nur wert, wenn alle Komponenten zuverlässig funktionieren, und das bedeutet: Detektion mit sehr hoher Trefferquote, rechtzeitige Warnung, genaue Ortung, kaum Fehlalarme. „Wir sind vielleicht nicht die Günstigsten“, sagt Mayser, „aber die Besten.” Könnte ein Staatsorgan sonst auf R&S®ARDRONIS setzen? Zur Offenheit gehört für Mayser auch, potentiellen Kunden keine falschen Versprechungen zu machen: R&S®ARDRONIS, stellt er klar, funktioniert bei funkgesteuerten Drohnen. GPS-gesteuerte oder autonome Drohnen erfordern andere Systeme. GUARDION erfüllt diese Bedingungen. Es erweitert die R&S®ARDRONIS-Optionen, enthält zusätzliche Komponenten wie Radar oder Akkustiksensoren und zusätzliche Effektoren.

Drohnenpiloten und -bastler sind sich einig: Das Zeitalter der Drohnen hat gerade erst begonnen.

EU vereinheitlicht Regeln für Drohnenabwehr

Die wachsenden Gefahren erhöhen den Druck auf Entwickler wie Politik. Das Bundesinnenministerium in Deutschland hat mittlerweile die Zuständigkeiten geklärt: Die Drohnen-Detektion obliegt der Flugsicherung, Gegenmaßnahmen der Bundespolizei. Die EU-Kommission wiederum hat einheitliche Regeln zu Sicherheit und Wettbewerb der Hersteller erarbeitet. 2020 sollen sie in Kraft treten. Dann muss sich jeder Besitzer einer Drohne bei seiner zuständigen nationalen Behörde registrieren, werden einheitliche Regeln für alle Drohnen der Gewichtsklasse unter 25 Kilogramm gelten. Dazu gehört, dass auch die vielen kommerziellen Drohnen registriert und elektronisch identifizierbar sein müssen, nicht höher als 120 Meter fliegen können und nur auf Sicht gesteuert werden. Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen: Die Bastler werden die neuen Regeln sportlich nehmen.

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