Messung leitungsgebundener Emissionsgrenzwerte gemäß IEC/EN 61000‑3‑2

Die meisten elektronischen Geräte nehmen heutzutage nichtsinusförmigen Strom auf. Daraus ergibt sich, dass Oberschwingungsströme in das öffentliche Netz zurückgeführt werden. Daher sind bei jedem Gerät mit CE-Kennzeichnung die Oberschwingungsströme zu überprüfen.

Ihre Anforderung

Moderne elektronische Geräte nutzen Schaltnetzteile, die starke Oberschwingungsströme auf dem Versorgungsnetz erzeugen. Die Emissionsgrenzwerte für solche Oberschwingungsströme sind in der Norm IEC/ EN 61000‑3‑2 definiert, wobei zwischen vier Geräteklassen unterschieden wird. Je nach Klasse und Zykluszeit sind die Oberschwingungsströme über genau festgelegte Zeiträume zu analysieren und die spezifizierten Grenzwerte einzuhalten.

Automatisierte Test Cases gewährleisten, dass die erforderliche Genauigkeit bis zur 40. Oberschwingung erreicht wird.

Messtechnische Lösung

Der R&S®HMC8015 Leistungsanalysator erlaubt lückenlose Erfassung, Signalverarbeitung in Echtzeit und beschleunigt die Messung. Die genaue Messung stellt dabei sicher, dass auch bei kritischen Designs entschieden werden kann, ob die Norm erfüllt wird.

Über den optionalen R&S®HZC815 Steckdosenadapter wird das Messobjekt einfach und sicher an den R&S®HMC8015 gesteckt. Zu diesem Zweck werden die mit dem Adapter gelieferten Kabel mit den Buchsen auf der Frontseite des Gerätes verbunden. Diverse länderspezifische Modelle des Adapters ermöglichen den Anschluss in verschiedenen Ländern.

Applikation

Mit dem Setup-Wizard schnell und sicher ans Ziel

Der Setup-Wizard im R&S®HMC8015 führt den Anwender durch die Messung und stellt die erforderlichen Geräteparameter ein. So werden Messfehler minimiert und schnell Resultate sichtbar. Die Messung erfolgt dann vollautomatisch. Vorkenntnisse über die oben genannten Normen sind nicht notwendig.

Während der Messung werden alle Umgebungsvariablen wie die Versorgungsspannung und Netzqualität permanent überwacht und angezeigt. Abweichungen werden farblich markiert.

Die Messung im Detail – Schritt 1

Auswahl der Norm IEC/EN 6100-3-2 im Wizard

Schritt 2

Einstellung der korrekten Netzspannung und Netzfrequenz (manuell oder automatisch durch die Wahl der Region); Einstellung der erwarteten Leistungsaufnahme des Messobjekts.

Schritt 3

Auswahl der passenden Geräteklasse.

Schritt 4

Einstellung des Scheitelfaktors und des maximalen Stroms (RMS).

Schritt 5

Falls bekannt, Setzen der Art der Stromaufnahme (statisch, zyklisch oder variabel) zur Beschleunigung der Messung.

Schritt 6

Gemäß Anweisungen im Wizard, Anschluss des Messobjekts, Versetzen in den gewünschten Betriebsmodus.

Schritt 7

Während und am Ende der Messung werden die Ergebnisse und deren Schwankungsbreiten übersichtlich angezeigt.

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Prüfprotokoll

Nach erfolgreich durchgeführter Messung können die Ergebnisse auf einen USB-Stick gespeichert werden. Dabei entsteht ein interaktives HTML-Formular, dass mit Kundenangaben ergänzt werden kann. Auf diese Weise lässt sich das Prüfprotokoll entsprechend adaptieren.