Verwendung von Oszilloskopen im Frequenzbereich
Ein wichtiger Punkt im Hinblick auf die Verwendung von Oszilloskopen für die
EMI-Fehlersuche
ist, dass Oszilloskope in der Regel zum Einsatz kommen, um die Amplitude, das heißt die Spannung im Zeitbereich, anzuzeigen.
Im Rahmen der EMI-Fehlersuche wird der Pegel von unerwünschten Aussendungen als Funktion der Frequenz betrachtet. Demzufolge sind
Messungen im Frequenzbereich
erforderlich. Der Übergang vom Zeit- in den Frequenzbereich geschieht mit der schnellen Fourier-Transformation bzw. FFT. Die meisten modernen digitalen Oszilloskope bieten FFT-Unterstützung, obgleich die Leistungsfähigkeit und Funktionalität zwischen unterschiedlichen Oszilloskopen signifikant abweichen kann. Der FFT-Betrieb an Oszilloskopen ähnelt stark demjenigen von Spektrumanalysatoren, beispielsweise bei der Einstellung von Mittenfrequenz, Darstellbreite oder Auflösebandbreite.
Zusätzlich zum normalen FFT-Betrieb gehören weitere hilfreiche Funktionen wie Spektrogramme, Frequenzmaskentrigger und Spitzenwertlisten.
Spektrogramme
Die FFT-Anzeige umfasst die Standarddarstellung im Frequenzbereich von Signalen als Leistung in Abhängigkeit von der Frequenz. Beim Spektrogramm kommt in Form der Zeit eine neue Dimension hinzu, anders ausgedrückt wird die Leistung in Abhängigkeit von Frequenz und Zeit dargestellt. In einem Spektrogramm entspricht die Y-Achse der Zeit, während die Leistung auf unterschiedliche Farben abgebildet wird. Bei den meisten Standardfarbschemen von Spektrogrammen wird eine höhere Leistung durch tiefere Rottöne und eine niedrigere Leistung durch tiefere Lilatöne angezeigt.
Beachten Sie dabei, dass die Farbtabelle oder -abbildung sehr häufig angepasst wird, um die relevanten Signale einfach und übersichtlich auf Basis der Nutzerpräferenz anzuzeigen. Spektrogramme sind wertvolle Hilfsmittel, da sie Sachverhalte visualisieren, die anderenfalls nur schwer zu sehen wären, beispielsweise zeitvariante Signale oder kontinuierliche Signale mit geringem Pegel nahe am Grundrauschen.