6G-FR3-Tests

6G-FR3-Tests

Unterstützung für XR-, KI- und NTN-Anwendungen

Mit einem Experten sprechen

FR3 – das Spektrum für 6G

Im heutigen Mobilfunk-Ökosystem kommen zwei Frequenzbereiche zum Einsatz. FR1 (410 MHz bis 7,125 GHz) und FR2 (24,25 GHz bis 71 GHz). FR1 wird intensiv für 5G genutzt und bietet eine weiträumige Abdeckung sowie gute Gebäudedurchdringung. Allerdings stößt dieser Bereich zunehmend an Kapazitätsgrenzen und ist in seiner Bandbreite begrenzt. FR2 hingegen bietet eine extrem große Bandbreite und niedrige Latenz, leidet jedoch unter ungünstigen Ausbreitungseigenschaften und hohen Netzausbaukosten.

FR3 (7,125 GHz bis 24,25 GHz) vereint die Vorteile beider Bereiche: bessere Ausbreitungseigenschaften als FR2 sowie eine deutlich größere Bandbreite als die Frequenzen unter 7 GHz von FR1. Mit diesem neuen Frequenzbereich sollen robustere und skalierbare Netze möglich werden, die den stark wachsenden Anforderungen anspruchsvoller Anwendungen in dicht besiedelten urbanen Umgebungen gerecht werden. Die tatsächlich nutzbaren Frequenzbänder unterliegen internationalen und regionalen Standardisierungen sowie regulatorischen Vorgaben. Der Schwerpunkt der ersten Implementierungen liegt jedoch auf dem Frequenzbereich von 7,125 GHz bis 8,4 GHz.

Extended Reality (XR) zählt zu den zentralen Anwendungen für 6G und erfordert extrem hohe Datenraten – in dicht besiedelten urbanen Umgebungen rund 20 Gbps –, um immersive Nutzererlebnisse zu ermöglichen. Derart hohe Datenraten setzen große Bandbreiten voraus, die die für weite Sichtfelder und hohe Auflösungen erforderlichen hohen Display-Datenraten unterstützen. Ebenso trägt die sprunghafte Verbreitung von KI-Anwendungen auf Basis großer Sprachmodelle (LLM) zu einem wachsenden Kapazitätsbedarf im Mobilfunk bei. FR3 spielt für solche datenintensiven Anwendungen eine entscheidende Rolle.

FR3 ist außerdem für nicht-terrestrische Netze (NTN) von Bedeutung. NTN ermöglichen eine flächendeckende Versorgung und robuste Konnektivität über Satellitenverbindungen und spielen bei 5G-Advanced bereits eine wichtige Rolle. Diese Entwicklung dürfte sich auch bei 6G fortsetzen. Die Spektrumzuweisungen der ITU für bestehende mobile und feste Satellitendienste umfassen unter anderem das Ku- und Ka-Band, und 3GPP ermöglicht deren Nutzung für NTN.

  • 3GPP-Band n248/n509 (Ku-Band): 14000 MHz – 14500 MHz (UL), 10700 MHz – 12750 MHz (DL), FDD (DL)
  • 3GPP-Band n249/n508 (Ku-Band): 13750 MHz – 14000 MHz (UL), 10700 MHz – 12750 MHz (DL), FDD (UL)

Status von 5G und 5G-Advanced

Während 5G bedeutende Fortschritte wie Network Slicing und die Integration von KI/ML zur Optimierung der Datenverarbeitung eingeführt hat, haben die meisten Netzbetreiber bislang noch nicht auf den Standalone-(SA)-Modus umgestellt – eine wesentliche Voraussetzung für die direkte Anbindung von Endgeräten an das 5G-Kernnetz. Infolgedessen ähneln die angebotenen 5G-Dienste weiterhin denen von 4G. Zudem hat sich bislang keine eindeutige „Killeranwendung“ für 5G herausgebildet, wenngleich Smart Factories und autonome Fahrzeuge vielversprechende Einsatzfelder darstellen.

Fixed Wireless Access (FWA) entwickelt sich zu einem zentralen Anwendungsfall, getragen von Investitionen in das FR2-Spektrum. Herausforderungen bei FWA sind (1) die Koexistenz im Spektrum sowie (2) hohe Ausbreitungsverluste und große Distanzen zwischen Endgerät und Basisstation. FR2 ermöglicht Beamforming durch Antennenarchitekturen mit starker Richtwirkung und hohem Gewinn.

Darüber hinaus bietet 5G derzeit keine vollständige Unterstützung immersiver Anwendungen, die extrem hohe Datenraten, niedrige Latenzen und eine robuste Echtzeit-Synchronisation erfordern. Netze der nächsten Generation (NG) sind erforderlich, um adaptive Scheduling-Verfahren, prädiktive Datenpufferung und prioritätsbasierte Paketverarbeitung zu realisieren, die die Wahrnehmungsschwellen des Menschen in räumlichen Computing-Szenarien berücksichtigen.

Die Branche begegnet diesen Herausforderungen mit einem dreistufigen, von 3GPP definierten Ansatz:

  • Beschreibung des Gesamtdiensts aus Endbenutzersicht
  • Strukturierung der Netzfunktionen zur Abbildung der Dienstanforderungen auf die Netzfähigkeiten
  • Definition von Signalisierungsfunktionen zur Unterstützung der in Stufe 1 identifizierten Dienste auf Basis der in Stufe 2 definierten Architektur

Mit der Umsetzung der Releases 18 und 19 wird 5G immersive Anwendungen unterstützen. Eine umfassende Unterstützung sowie die dafür erforderlichen Netzfähigkeiten werden jedoch voraussichtlich erst mit der Einführung von 6G und der Integration von FR3 vollständig realisiert.

FR3-Testherausforderungen

Ende-zu-Ende-Tests in FR3 sind anspruchsvoll, aber unerlässlich für die Bewertung neuer 6G-Technologien.

Zu den zentralen Herausforderungen zählen:

  • Die Phasen- und Zeitkohärenz über mehrere Kanäle erfordert hochentwickelte Messtechnik und eine präzise Kalibrierung.
  • Die realitätsnahe Simulation von Hardwareimperfektionen wie Phasenrauschen und Interferenzen ohne Einführung unrealistischer Artefakte macht hochpräzise und flexible Emulationslösungen notwendig.
  • Die gleichzeitige Verarbeitung großer Bandbreiten und mehrerer Kanäle erhöht die Komplexität und stellt hohe Anforderungen an Rechenleistung und Testsysteme.
  • Skalierbare Testumgebungen zur Bewältigung steigender Komplexität und höherer Performance-Anforderungen im Zuge der 6G-Weiterentwicklung stellen eine Herausforderung dar, die durch fortschrittliche KI-gestützte Lösungen adressiert werden kann.
  • Die Unterstützung von NTN erfordert erweiterte Testfunktionen, die die speziellen Ausbreitungsbedingungen unterschiedlicher Satellitenkonstellationen berücksichtigen. Im Gegensatz zu terrestrischen Netzen arbeiten NTN im FDD-Gegenbetrieb.
  • GigaMIMO integriert eine deutlich höhere Anzahl von Antennenelementen in Antennenarrays und ermöglicht damit wesentlich mehr gleichzeitige Strahlen mit geringerer Strahlbreite. Dies stellt neue Anforderungen an Over-the-Air-(OTA)-Tests und erfordert neue Testmethoden.
  • Multi-Radio Spectrum Sharing (MRSS) wird voraussichtlich die gleichzeitige Nutzung derselben Frequenzbänder durch 5G und 6G ermöglichen. Es müssen daher neue Mechanismen für eine faire Spektrumkoexistenz definiert werden.
  • Die Abbildung einer Vielzahl von Ausbreitungsumgebungen in einer kontrollierten Laborumgebung stellt aufgrund der speziellen Eigenschaften und unterschiedlichen Bedingungen der einzelnen Szenarien eine weitere Herausforderung dar.

Unsere Lösungen für 6G-FR3-Tests

Für FR3-Tests müssen Ingenieure Parameter anpassen und testen, die über die derzeit im 5G-Standard zulässigen Einstellungen hinausgehen. Mit unseren „Beyond 5G“-Lösungen zur Signalerzeugung und -analyse ermöglichen wir die Erstellung maßgeschneiderter Signale für FR3-Tests. Dadurch können Parameter wie Bandbreite und Modulationsformat gezielt variiert werden, um neue Aspekte der Bitübertragungsschicht für Anwendungen in der 6G-Forschung und -Entwicklung zu untersuchen. Unsere Lösungen unterstützen zudem Fading-Emulation zur Abdeckung von NTN-Szenarien.

Der CMX500 Radio Communication Tester ist bereits FR3-fähig und bietet Netzemulation für FR1, FR2 und FR3 in einem einzigen Gerät. Diese One-Box-Lösung erzeugt eine vollständige Signalisierungsumgebung durch die Aussendung eines FR3-Zellensignals, ohne dass zusätzliche Hardware erforderlich ist. Gleichzeitig werden reale Einsatzbedingungen simuliert und umfassende Analysen durchgeführt, um die Eignung eines Geräts für maximale Datenraten zu verifizieren – damit ist der CMX500 die ideale Wahl für die FR3-Forschung und -Entwicklung.

Darüber hinaus bietet der CMX500 zahlreiche Funktionen für NTN-Tests. Er emuliert den Funkkanal sowohl auf Netzwerk- als auch auf Geräteebene, integriert Erweiterungen des NTN-Protokollstapels, bietet umfassende Mobilitäts- und Handover-Testoptionen und unterstützt Interoperabilitätstests.

Produkte für FR3-Tests

CMX500 One-Box-Signalisierungstester

Eine zukunftssichere Testlösung, die E2E-Tests für 5G NR, NTN-Szenarien und FR3 abdeckt.

Product information

R&S®SMW200A Vektorsignalgenerator

Ein VSG mit flexiblem, modularem Design, das eine Anpassung an spezielle Anwendungen ermöglicht.

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R&S®FSWX Signal- und Spektrumanalysator

Der erste Signal- und Spektrumanalysator mit mehreren Eingangstoren und interner Mehrwegearchitektur zur Unterstützung von Kreuzkorrelation.

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Vorteile unserer FR3-Testlösungen

  • Vielseitige, 6G-fähige Testlösungen, die eine umfassende Analyse und Optimierung von FR3-Endgeräten ermöglichen
  • Leistungsfähige Signalerzeugung und -analyse im FR3-Bereich zur Validierung von FR3-Geräten bereits in der frühen F&E-Phase
  • Reduzierte Komplexität durch einen One-Box-Tester, der FR1, FR2 und FR3 abdeckt und Multiband- sowie Multiorbit-Unterstützung für NTN-Tests bietet
  • Hardwaretests unter realitätsnäheren Einsatzbedingungen durch ein Raytracing-basiertes Kanalmodell
  • Intuitive Tools und webbasierte Benutzeroberflächen verbessern Benutzerfreundlichkeit und Skalierbarkeit
  • Weltweiter Application-Engineering-Support, der Sie dabei unterstützt, das volle Potenzial unserer Lösungen auszuschöpfen

Besprechen Sie Ihre FR3-Testanforderungen mit unseren Experten.

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