Regelkreisanalyse

Regelkreisanalyse

Mit einem Experten sprechen

Bode-Diagramme und Frequenzgang-Analyse

Die Stromversorgung eines elektronischen Geräts muss auch bei wechselnder Last einen konstanten Ausgangspegel halten. Dazu nutzt die Stromversorgung einen Regelkreis, der den Ausgang kontinuierlich überwacht und nahezu verzögerungsfrei rückkoppelt. Diese Rückkopplung ermöglicht es dem System, schnell auf Lastwechsel zu reagieren und dabei übermäßige Schwingungen zu vermeiden. Genauigkeit und Geschwindigkeit des Rückkopplungsmechanismus sind daher entscheidend für die Performance des Regelkreises.

In der modernen Elektronik werden am häufigsten Schaltnetzteile (SMPS) eingesetzt, da sie kompakt und leicht sind, einen hohen Wirkungsgrad bei geringen Kosten erreichen und einen breiten Eingangsspannungsbereich abdecken. Die Regelkreisanalyse ist notwendig, um sicherzustellen, dass ein Schaltnetzteil unter wechselnden Bedingungen – bei Änderungen von Laststrom, Eingangsspannung, Temperatur und Schaltfrequenz – korrekt arbeitet.

Bei der Regelkreisanalyse wird ein bekanntes Stimulussignal in den Regelkreis eingespeist und gemessen, mit welcher Verstärkung und Phasenverschiebung das System über einen Frequenzbereich hinweg reagiert. Ein Bode-Diagramm gibt Aufschluss über das dynamische Verhalten und die Stabilität des Regelkreises. Es stellt Verstärkung (in Dezibel) und Phasenverschiebung (in Grad) gleichzeitig als Funktion der Frequenz dar.

Ein Bode-Diagramm umfasst zwei übereinander angeordnete Kurven, die zeigen, wie ein System die Stärke und die zeitliche Lage von Signalen über ein Frequenzspektrum hinweg verändert. Die Amplitudendurchtrittsfrequenz – der Punkt, an dem die Verstärkung des Systems auf 1 bzw. 0 dB fällt – gibt an, wie schnell der Regelkreis reagiert. Generell gilt: Eine höhere Durchtrittsfrequenz macht das System schneller, aber auch weniger stabil. Diese Stabilität wird über die Phasenreserve genau an diesem Durchtrittspunkt bestimmt. Entwickler müssen einen Ausgleich zwischen den beiden Größen finden, damit der Regelkreis schnell genug für die geforderte Performance und zugleich stabil genug ist, um Schwingungen zu vermeiden.

Bode-Diagramm

Ihre Herausforderungen bei der Regelkreisanalyse

Eine zentrale Herausforderung der Regelkreisanalyse ist die Wahl des richtigen Einspeisepegels. Ist der Einspeisepegel zu niedrig, wird die gemessene Antwort verrauscht – vor allem bei tiefen Frequenzen, wo die Schleifenverstärkung hoch ist. Ist der Einspeisepegel zu hoch, kann er empfindliche Regelkreise stören und nichtlineares Verhalten sowie fehlerhafte Ergebnisse hervorrufen.

Weitere Herausforderungen sind:

  • Einspeisepegel über der Frequenz optimieren: Ein fester Einspeisepegel funktioniert nur selten. Bei tiefen Frequenzen ist in der Regel ein höherer Pegel nötig, um die Störunterdrückung des Regelkreises zu überwinden; bei hohen Frequenzen dagegen ein niedrigerer, um Verzerrungen zu vermeiden.
  • Hohe Empfindlichkeit und ein gutes Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) sichern: Für die Kleinsignalanalyse im Millivoltbereich müssen Tastköpfe ein sehr niedriges Grundrauschen aufweisen. Dafür braucht es ein Messgerät mit hoher Auflösung und geeigneter Filterung, um das SNR zu maximieren.
  • Rückwirkung auf den Regelkreis vermeiden: Damit die Messung das ursprüngliche Verhalten des Regelkreises nicht verändert, muss der Einspeisepunkt so gewählt werden, dass die Impedanz in Vorwärtsrichtung deutlich größer ist als in Rückwärtsrichtung.

Leistungsstarke Lösungen für die Regelkreisanalyse

Oszilloskope von Rohde & Schwarz eignen sich hervorragend für die Regelkreisanalyse. Durch die Kombination von Frequenzgang-Analyse (FRA) und Signaldarstellung im Zeitbereich lässt sich die Regelkreisstabilität direkt mit dem Schaltverhalten in Beziehung setzen – auf einer einzigen Messplattform.

Die MXO Oszilloskope bieten eine erweiterte FRA-Option , die den Frequenzgang, die Regelkreisstabilität und den Versorgungsspannungsdurchgriff (PSRR) charakterisiert. Diese Oszilloskope integrieren Einzelfrequenzmessungen, benutzerdefinierte Messverzögerungen und eine Amplitudenprofilsteuerung für das Einspeisesignal. So lassen sich auch komplexe Messumgebungen beherrschen.

Frequency Response Analysis

Vorteile unserer Lösungen für die Regelkreisanalyse

  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Universal- Oszilloskope liefern die nötige Präzision für die meisten Frequenzgangmessungen – zu einem Bruchteil der Kosten spezialisierter Alternativen.
  • Großer Frequenzbereich: Unsere Oszilloskope decken den entscheidenden Bereich von nahezu Gleichstrom bis zu einigen MHz ab – genau die Frequenzen, die für eine gründliche Regelkreisanalyse benötigt werden.
  • Messkurvendarstellung in Echtzeit: Unsere Oszilloskope zeigen nicht nur den Amplituden- und Phasenverlauf, sondern bei jedem Frequenzschritt auch die Live-Messkurve. So erkennen Ingenieure sofort Verzerrungen oder Übersteuerungen, die die Messdaten unbrauchbar machen könnten.
  • Globaler Experten-Support: Mit unserem weltweiten Netz von Applikationsingenieuren bieten wir Ihnen fachkundige technische Beratung – egal, wo sich Ihr Entwicklungsteam befindet.

Besprechen Sie Ihre Regelkreis-Testfälle mit unseren Experten.

FAQs zur Regelkreisanalyse

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